Intrigen in Karthago

Die Mörder von Karthago : Roman / Gisbert Haefs. – München : Heyne, 2010. – 319 S. : Kt.

ISBN 978-3-453-52528-3

228 v. Chr. ermittelt Bomilkar als „Herr der Wächter“ in Karthago in drei Mordfällen. Da sich die Politik einmischt, muss er mit einer Gesandtschaft nach Rom. Nachdem er und Ailymes in Rom entführt werden, begegnet er seinem alten Freund Laetilius wieder. Dieser begleitet ihn nach Karthago, um die Hintergründe der Entführung aufzudecken. Dort sind inzwischen weitere Morde geschehen und Bomilkar muss feststellen, dass er Opfer einer Intrige ist. Zu dritt versuchen sie mithilfe seiner Freunde die Hintergründe der Intrigen und Morde zu ergründen und seinen Ruf wieder herzustellen. Die Intrige ist aber wesentlich durchdachter als Bomlikar es sich vorstellen kann.

Mit Bomilkar taucht man in eine Welt ein, bevor Rom die einzige Großmacht war. Durch das Buch lernt man auch ein wenig über die Geschichte und politische Vorgänge damals. Das Ende ist etwas überraschend, aber auch logisch. Eingeprägt haben sich auch die Nebencharaktere. Da diese allerdings am Anfang und zum Ende eine wichtige Rolle spielen, fiel es mir teilweise schwer, die Figuren wieder richtig zuzuordnen.

Kindsmord in Görlitz

Kindsmord in Görlitz : Authentische Kriminalfälle aus der DDR / Eveline Schulze. – Berlin : Das Neue Berlin, 2009. – 224 S. : Ill.

ISBN 978-3-360-01976-9

Eveline Schulze berichtet in diesem Buch speziell über Morde an Kindern. Im ersten Fall wird ein totes Baby im Städtischen Klärwerk. Nach der Autopsie steht definitiv fest, dass das Kind ermordet wurde. Nach einem Hinweis finden sie die Mutter nahezu halbtot im Bett. Die Kurzfassung: Mann holt junge Frau in die Familie, und da es mit der eigenen Frau nicht so läuft, treibt er es mit der späteren Mutter. Diese hat sich in ihn verliebt und tut alles für ihn. Das erste Kind ertränkt sie selbst, die Leiche wird erst nach dem Bericht von dem Mann gefunden. Das zweite Kind tötete der Mann und entsorgte es in der Kanalisation. Beide wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Eine Frau flieht vor ihrem Onkel geschwängert nach Görlitz zu ihrer Oma. Das Kind gibt sie weg. Als sie sich in einen Mann verliebt und mit dem Mann eine Familie gründet, erzählt sie ihm von dem Kind. Dieser will das Kind unbedingt in die Familie holen und sie stimmt zu, um ihn nicht zu enttäuschen. Daher wird das Kind aus dem Heim geholt. Der Mann ist durch seinen Beruf selten daheim, sie kümmert sich um die Kinder. Während sie die anderen Kinder liebt und umsorgt, ist das erste Kind das „Dreckskind“. Der ganze Hass richtet sich nun auf das Mädchen. Mit der Geburt des zweiten (mit dem ersten Kind sind es jetzt 3 Kinder) Kindes meldet sie das Mädchen vom Betriebskindergarten ab. Dem Mann erzählt sie, dass ein Arzt ihr empfohlen hat, das Kind zu schlagen. Das Kind liegt unterernährt und dehydriert in einem Schubfach. Eine frühere Betreuerin besucht eine Freundin in dem Haus, als sie der Mutter begegnet und nach dem Kind fragt. Später erinnert sie sich an das Verhalten und schmiedet mit der Freundin einen Plan um das Mädchen zu sehen. Die Freundin kommt mit einer Mütze als Geschenk für das Baby in die Wohnung und entdeckt das Mädchen. Die beiden Frauen gehen zum Jugendamt. Schließlich wird das Kind aus der Wohnung geholt und überlebt. Die Eltern kommen vor Gericht.

Beim letzten Fall wird der Notarzt gerufen. Er stellt den Tod des Kindes fest und entdeckt, dass das Kind vor dem Tod schwer misshandelt wurde. Die Mutter und ihr Freund wirken ungerührt. Laut Gerichtsmediziner war der Tod für das zweijährige Mädchen eine „Erlösung“. Die Mutter und ihr Freund kommen vor Gericht. Sie hat versucht den Vater des Kindes an sich zu binden, als dies nicht funktioniert und sie sich neu verliebt, kommt sie zu dem Ergebnis, dass das Kind weg muss.

Alle drei Fälle passierten in Görlitz in Zeiten der DDR. Wie ich schon bei dem anderen Buch von Eveline Schröder meinte, erklärt sie die Vorgänge gut und nachvollziehbar, dass auch jemand mit wenig Wissen über die DDR versteht, worum es geht. Bei dem anderen Buch gefiel es mir, dass man schon am Anfang wusste, wer der Mörder ist. Hier war es immer familiär, aber es ist wesentlich besser, dass man erst mit der Ermittelnden erfährt, was passiert ist. Sie hat auch die Hintergründe beleuchtet und sehr detailliert geschrieben. Ich bin generell ein Fan von CSI, Criminal Minds und sonst was und muss sagen, dass mir bei einigen Sachen doch schlecht wurde. Es ist schließlich echt und keine Geschichte eines Schreibers und das macht einen großen Unterschied. Die Frage ist doch „Wie kann man so was dem eigenem Kind antun?“. Es klingt grausam, aber die Beweggründe konnte ich doch irgendwie nachvollziehen. Alle Kinder waren dann ungewollt und Last, aber für die Tat selbst habe ich kein Verständnis. Ich selbst denk dann immer, wenn ich nicht abtreibe und nicht an den Vater des Kindes erinnert werden will oder kurz davor bin das Kind zu schlagen, gebe ich es zur Adoption frei. Denn das Kind soll es gut haben und ich kann bzw. will dann nicht dafür sorgen. Deswegen muss ich das Kind doch nicht so umbringen. Das Buch selbst wurde mir von einer Freundin empfohlen, die aus Görlitz kommt und auch erzählte, dass man wirklich dann weiß, wo was passiert ist.

Es geht hier um Mord an Kindern. Man sollte sich wirklich vorher überlegen, ob man das Buch lesen (und verkraften) kann.

Brutale Morde in Görlitz

Mordakte Angelika M. : Authentische Kriminalfälle aus der DDR / Eveline Schulze. – 2., geänd. und korr. Aufl. – Berlin : Das Neue Berlin, 2007. – 223 S. : Ill.

ISBN 978-3-360-01912-7

Eveline Schulze hat in diesem Buch Fälle in Görlitz anhand von Dokumenten und eigenen Erinnerungen rekonstruiert. Der „Hauptfall“ ist der Mord an Angelika M., deren Leiche erst Monate später nach der Tat gefunden wurde. Der zweite „Fall“ ist ein Abschiedsbrief. Als Letztes beschäftigt sie sich mit dem „Ende einer Trinkerkarriere“. Ein Mann wird tot in seiner Wohnung im Bett gefunden. Die Leiche ist nicht völlig verbrannt. Was erst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Der Titel des Kapitels von Eveline Schulze verrät im Grunde schon alles.

Auch früher gab es schon brutale Morde, die einen nur fassungslos machen. Der Fall der Angelika M. ist das beste Beispiel. Dass der Mörder dann auch noch damit prallt, ist einfach widerlich. Die Fälle werden vom Anfang bis zum Ende nachvollzogen. Vom Beginn der Tat bis zur Urteilsverkündung ist alles vorhanden. Eveline Schulze beschreibt die Fälle sehr gut. Was ich gut fand, war die Tatsache, dass man schon nach der Einleitung weiß, wer der Täter ist und wie das Verbrechen ablief. Man erfährt auch, was der Täter während der Ermittlungsarbeit macht. Mir fiel auf, dass Eveline Schulze sich auf die Fälle konzentriert und sich neutral zur DDR verhält. (So wirkt es jedenfalls auf mich.) Alles Wichtige erklärt sie aber auch so, dass jemand, der kaum etwas über das Leben in der DDR weiß, alles auch versteht und das Vorgehen nachvollziehen kann.

Ablenkung Debussy

Musique de chambre : [CD] / Claude Debussy [Komp.] ; Rainer Kussmaul [Interpret/in] ; Frédéric Meinders [Interpret/in] . – Schwann : Koch-Internat., 1993. – 1 CD ; 75:14 Min. : DDD ; stereo ; 12 cm + Faltbl. – Koch 3-1231-21993 (Bestellnummer)

Neben der Sonate für Violine und Klavier von Claude Debussy kann man sich auf der CD auch verschiedene Werke von Henri Dutilleux und Ernest Chausson anhören. Das Ganze wurde vom Schönberg Quartett, Rainer Kussmaul und Frédéric Meinders eingespielt. Normalerweise kann ich Musik immer nebenbei hören, bei dieser CD ging das nicht. Vielleicht lag es daran, dass Klassik mich generell dazu animiert alles liegen zu lassen und nur noch der Musik zu lauschen, vielleicht liegt es auch an der unbekannten abwechslungsreichen Musik. Für die CD sollte man es sich auf jeden Fall irgendwo gemütlich machen und definitiv nichts anspruchsvolles nebenbei tun. Artikel in der Zeit zu schreiben ist auf jeden Fall ganz schlecht. An allen noch vorhandenen Fehlern ist die Musik schuld, sie lenkt definitiv ab. Mehr lässt sich nicht dazu sagen, außer dass ich mich jetzt noch zurücklehne und die Musik genießen werde.

Deutsch für Fortgeschrittene

Wie gut ist Ihr Deutsch? : der große Test / Bastian Sick. Mit Ill. von Katharina M. Baumann. – 1. Aufl. – Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2011. – 223 S. : Ill. – (KiWi; 1233); (Spiegel online). – ISBN 978-3-462-04365-5

Nach 13 Jahren Deutsch in der Schule sollte man eigentlich davon ausgehen, dass die eigenen Deutschkenntnisse relativ gut sind. Die Betonung liegt dabei auf sollte. Bastian Sick hat eine wirklich gute Auswahl getroffen, was die Fragen angeht. Zum Glück wird auch erklärt, warum etwas falsch oder richtig ist. Erstaunlich, wie viele Fehler man mit der Zeit erlernt. Mehrere Tage saß ich mit ein paar Freundinnen in der Mittagspause zusammen und wir haben gemeinsam überlegt, was die Antwort sein könnte. (Zum Glück hatten wir häufig recht. Wäre auch etwas seltsam, dass wir alle gerne lesen und dann kein Sprachgefühl haben.) Das Buch selbst war sehr unterhaltsam und lehrreich, so hätte der Deutschunterricht auch mal sein können.

Obwohl der Text einer Rechtschreibprüfung unterzogen wurde, fanden sich beim nochmaligen Lesen Fehler. Ich erwarte den Tag, an dem mir das Programm sagt, dass ich doch bestimmt „oder“ und nicht „ode“ schreiben wollte. Was für schöne Wörter es doch in der deutschen Sprache gibt.

Verrückte Geisterträume

The Dreaming / Queenie Chan. – Hamburg : Tokyopop

Der erste Band des Mangas erschien 2007. Der dritte und letzte Band wurde 2008 veröffentlicht. Die Zwillingsschwestern Amber und Jeanie werden an einem teuren Internat angenommen, das mitten im australischen Busch liegt. Seit der Entstehungszeit vor 100 Jahren sind immer wieder Schülerinnen auf unerklärliche Weise im Outback verschwunden. Während die beiden Schwestern sich noch einleben, werden beide von denselben unheimlichen Träumen gequält. Als eine Freundin auch auf rätselhafte Weise verschwindet und Wochen später ihre Leiche in einem See gefunden wird, werden die Erscheinungen und Träume noch seltsamer. Damit ist sie die erste Verschwundene, die wieder auftaucht. Wie aber hängt das alles mit den Träumen zusammen und der Tatsache, dass die Direktorin keine Zwillinge an der Schule duldet?

Im zweiten Teil reisen viele Schüler aufgrund der Ereignisse ab und der Unterricht ist wegen der polizeilichen Untersuchungen eingestellt. Eine Schülerin sagt, dass Jeanie hätte verschwinden sollen. Sowohl Jeanie als auch das verschwundene Mädchen hatten den Spiegeltest gemacht. Seit einiger Zeit regnet es inzwischen und Amber liegt nur noch im Bett und scheint das Interesse am Leben zu verlieren, auch wurde seit Tagen die Leiterin nicht mehr gesehen. In einer Nacht entdecken die Schülerinnen, dass aus dem Wald mehrere Mädchen auftauchen. Jeannie erkennt Anne Galloway von einem Foto wieder. Anne verschwand vor mehreren Jahren und war eine gute Freundin der Lehrerin Miss Anu. Während sie Miss Anu sucht, um ihr alles zu erzählen, trifft sie auf Amber. Durch Amber erfährt man die Geschichte hinter den Ereignissen, aber um es zu beweisen, erforschen die beiden Mädchen mit Miss Anu den versiegelten Raum und die in der Schule hängenden Bilder. Wie sich herausstellt, erzählen die Bilder die selbe Geschichte und auf den Bildern findet sich die Ursache. Als Miss Anu den Quinkan erkennt, wird sie von einer Schülerin gerufen. Amber und Jeannie gehen allein in die Bildergalerie und Amber erzählt, warum sie das letzte Opfer sein wird und sie immer müder wird. In der Zeit erkennt Miss Anu, dass Quinkan Besitz von Schlafenden ergreifen um sie zu entführen und die fremden Mädchen alle Quinkan sind. Daraufhin weckt sie alle Schüler. In der Zeit dreht Jeannie sich zu Amber um und sieht nur Marie Spector. Marie Spector verschwindet durch die Wand und Amber flüchtet und läuft in die verschwundene und inzwischen anscheinend verrückte Schulleiterin. Durch das Gespräch klärt sich die Geschichte auf. Als es anfängt zu brennen, flieht Jeannie und trifft auf die anderen Schüler. In der Zwischenzeit kam Mary Spector aus dem verrauchten Schulteil zu diesen und verwandelte sich wieder in Amber. Die Schüler fliehen und dank dem aufhörendem Regen brennt die Schule ab, wodurch vielleicht auch die Quinkan starben. Amber wacht auf und fragt nach Beatrice, Mary Spectors Schwester die jetzige Schulleiterin. Darauf gibt es noch einen Blick auf das Leben danach und das veränderte Verhalten vom Amber (Mary Spector?)

Nach dem ersten Band hab ich nicht gedacht, dass sich die Geschichte logisch lösen lässt, aber es war doch sehr spannend und logisch, so weit das bei so einer Erzählung geht. Als Folge habe ich erstmal versucht, was über die Quinkan zu finden. Das Ergebnis war eine stundenlange Recherche, dank der ich jetzt viel mehr über die Traumzeit weiß und es gibt Quinkan, aber ich kann nicht sagen wie viel davon stimmt und was Quennie Chan selbst entwickelt hat. Im Internet findet sich ja auch nicht alles. Die Geschichte mit dem Quinkan in Verbindung mit dem Mädchen hat das ganze auch sehr spannend gemacht, da auch ihre Gründe nachvollziehbar sind.

Berühmte Gespenster- und Gruselgeschichten in einem Band

Unheimliches um Mitternacht : die besten Gespenster- und Gruselgeschichten der Weltliteratur / Hrsg. von Monika Koster. Ill. von Mouche Vormstein. – Köln : Naumann & Göbel, 1985. – 397 S. : Ill.

ISBN 3-625-20203-4

In dem Buch sind verschiedene Geschichten von Autoren wie Edgar Allan Poe, E.T.A. Hoffmann, Arthur Conan Doyle, Ambroce Bierce, E.F. Benson, Robert Bloch und Algernon Blackwood versammelt. Die 20 Geschichten waren recht abwechslungsreich, allerdings sollte man die Geschichten doch eher im Herbst im Dunkeln vor dem Kamin (oder von der Atmosphäre her etwas ähnliches) und nicht an einem heißen Maitag in der S-Bahn lesen. Die Geschichten kamen so doch nicht richtig zu Geltung. Vielleicht leih ich es mir im Herbst noch mal bei passenderem Wetter aus.

Momentan kann ich immerhin sagen, dass ich endlich mal was von Oscar Wilde und Montague Rhodes James gelesen habe. Auch sonst sind durch die Geschichten jetzt ein paar Wissenslücken geschlossen.