Bibliotheken im Vorder- und Hintergrund

Das Video oben wurde als Werbefilm für Bibliotheken von Azubis erstellt. Die gehen auch zur selben Berufsschule, die ich damals (also letztes Jahr noch) auch besucht habe. 🙂
Das Highlight der Schule ist das Marketingprojekt und das Video ist ein Ergebnis aus diesem Jahr.

Bei dem Video unten ist die Bibliothek zwar nur im Hintergrund, aber ich finde das Video schön gemacht. Abgesehen von dem Produkt mag ich die Nachricht, dass man immer Lesen und Schreiben lernen kann. Gefällt mir auf jeden Fall besser als die deutsche Werbung gegen Analphabetismus (ganz unten). Bei mir hat sich das Produkt gut eingeprägt und inzwischen will ich mir echt Bells Whiskey kaufen, obwohl ich noch nie Whisky probiert hab. Ich seh zu selten andere Werbung. 🙂

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Zukunft Grigori

Erwacht / Jessica Shirvington. Aus dem Amerikan. von Sonja Häußler. – Dt. Erstausg., 2. Aufl. – München : cbt, 2011. – 478 S.
ISBN 978-3-570-38011-6

Violet erfährt an ihrem 17. Geburtstag, dass sie ein Grigori ist; ein Wächterengel und ihre Aufgabe ist es, verbannte Engel in deren Reich zurückzuschicken. Als wenn das nicht verstörend genug wäre, stellt sich heraus, dass ihr bester Freund – in den sie verliebt ist – ihr Grigoripartner ist. Jeder Hoffnung auf eine Beziehung ist damit hinüber. In dieser Zeit lernt sie Phoenix kennen: charmant, gut aussehend und ein verbannter Engel. Violet weigert sich, ihre Gabe anzunehmen und vermeidet jeglichen Kontakt zu ihrem ehemaligen besten Freund Lincoln. Als Lincoln in einem Kampf gegen verbannte Engel schwer verletzt wird, erklärt sie sich bereit ihre Zusage als Grigori zu machen, denn nur sie als sein Grigoripartner kann ihn noch heilen. Phoenix bringt sie zu dem Ort, wo sie sich dem Test stellen und die Zusage machen muss. In der Nacht vor der Zusage verbringt sie die Nacht mit Phoenix. Direkt nach der Zusage sucht sie Lincoln auf und heilt ihn, verweigert aber weiterhin den Kontakt mit ihm. Als sie mit ihrer besten Freundin und Phoenix in einen Club geht, wird sie von Verbannten bedroht. Es stellt sich heraus, dass Phoenix der erste Verbannte war und der Sohn von Lilith ist. Laut einem Verbannten, war es das Ziel Phoenix mit ihr zu schlafen und sie zu kontrollieren. Als sie es schafft sich gegen die Angriffe zu wehren, raubt sie schwer verletzt den Verbannten (abgesehen von Phoenix) deren Kräfte und fesselt sie, so dass die Grigori aus diesem Kampf siegreich hervorgehen. Lincoln ist bewusstlos und kann sie nicht heilen, dafür heilt Phoenix sie und wird danach von ihr weggeschickt. Violet und Lincoln verstehen sich danach wieder und Violet beschließt ihre Ausbildung zu Kämpferin neben dem Kunststudium zu machen. Inzwischen hat sie die Gewissheit, dass auch ihre Mutter eine Grigori war und Phoenix Mutter zurück ins Engelreich schicken sollte. Sie selbst scheint besonders stark zu sein.

Das Buch liest sich ziemlich flüssig. Violet Gefühle und ihr Verhalten waren nachvollziehbar und die Geschichte selbst um die Grigori und Verbannte war logisch aufgebaut. Was doch etwas überraschend war, war die Tatsache, dass die Religion so keine große Rolle spielte, sondern nur am Rande erwähnt wird. Die Entwicklung lies sich teilweise erahnen, wobei es auch gezielte Hinweise auf die Zukunft gab. Der Band selbst verspricht eine Fortsetzung und diese ist inzwischen auch erschienen.

Ein Blog in Buchform

Das Leben ist kein Gurkensandwich : Roman / Ceri Radford. Aus dem Engl. von Bea Reiter. – 1.Aufl. – [Reinbek bei Hamburg] : Wunderlich, 2011. – 394 S.
ISBN 978-3-8052-5015-3

Constance Harding hat es nicht leicht. Der Sohn stellt ihr keine zukünftige Schwiegertochter vor, die Tochter zählt Stichlinge in Frankreich und die litauische Haushälterin trocknet ihre Unterwäsche im Arbeitszimmer des Mannes. Constance nimmt das Ganze selbst in die Hand und berichtet auf ihrem Blog davon. Der Blog selbst beginnt am 1.1. und endet am 31.12. In dieser Zeit versucht sie den verschiedensten Leuten in der Beziehung zu „helfen“. Schließlich muss sie ihre eigene Ehe überdenken und tut einiges, woran sie früher nie auch nur im Traum dran gedacht hätte. Sehr unterhaltsam sind die Einträge, wenn sie getrunken hat, mit den Berichtigungen am nächsten Tag.

Das Buch selbst habe ich während meines Buchhandelspraktikums gefunden. Es ist unterhaltsam geschrieben und es gibt sowohl Schönes als auch Trauriges zu erzählen. Das Buch kann man gut nebenbei lesen.

Merkwürdiges Wissen über Tiere

Verliebte Mäuse singen : unnützes Wissen aus dem Reich der Tiere / John Lloyd ; John Mitchinson. – Erstausg. – München : Piper, 2010. – 301 S. : Ill.

Einheitssacht.: The book of animal ignorance <dt.>

ISBN 978-3-492-25860-9

Der Tiel beschreibt den Inhalt perfekt. Zu vielen Tieren wurde verschiedenes unnützes Wissen gesammelt. Einiges kannte ich schon aus anderen Büchern, vieles war aber neu und sehr interessant. Angefangen beim Aal bis zur Zikade tauchen verschiedenste Tiere in alphabetischer Reihenfolge auf. Und einmal die behandelten Tiere: Aal, Adler, Affe, Aga-Kröte, Albatros, Ameise, Ameisenigel, Anglerfisch, Assel, Auerhuhn, Bär, Bärtierchen, Beutelmarder, Biber, Biene, Binturong, Bison, Brückenechse, Dachs, Delfin, Echse, Egel, Elch, Elefant, Erdferkel, Esel, Eule, Fledermaus, Fliege, Floh, Fossa, Frettchen, Frosch, Fuchs, Gans, Gepard, Gibbon, Giraffe, Gorilla, Gürteltier, Hai, Hoatzin, Hummer, Hund, Hyäne, Igel, Käfer, Känguru, Kaninchen, Katze, Koala, Kolibri, Komodowaran, Koralle, Krake, Kranich, Kröte, Kuh, Laus, Löwe, Maulwurf, Maus, Mensch, Milbe, Nacktmull, Papagei, Perlmuschel, Pferd, Pinguin, Ratte, Riesenschildkröte, Rippenqualle, Robbe, Salamander, Schaf, Schimpanse, Schlange, Schmetterling, Schnabeltier, Schuppentier, Schwein, Seegurke, Sehkuh, Seestern, Skorpion, Specht, Spinne, Tapir, Taube, Termite, Wal, Walross, Waschbär, Wels, Wespe, Würfelqualle, Wurm, Ziege, Zikade.
Sehr schön waren auch die kleinen Zusätze am Rand des Textes und die Illustrationen. Häufig gab es auch einen Hinweis zu der Herkunft der Namen. Einiges an dem Wissen hat sich jetzt wohl dauerhaft eingeprägt.

Annas Flucht

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl / Judith Kerr. aus dem Engl. übers. von Annemarie Böll. – 1. Aufl. – Ravensburg, Württ : Ravensburger Buchverlag, 2008. – 256 S.
ISBN 978-3-473-54321-2

In dem Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ geht es um Anna und ihre Familie, die vor den Nazis fliehen müssen. Ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller und Journalist. Er ist gegen Hitler und Nazis und fürchtet die Wahl 1933. Eigentlich wollten sie die Wahl abwarten, um zu sehen, ob sie fliehen müssen, aber nach einem Tipp eines Polizisten, geht er kurz vor der Wahl in die Schweiz und sucht eine Unterkunft. Am Tag der Wahl kommen Anna, ihre Mutter und ihr Bruder Max nach und werden auch entgegen den Sorgen ihrer Mutter an der Grenze durchgelassen. Später erfahren sie, dass am Tag nach der Wahl ihnen die Pässe weggenommen werden sollten und später wird ihr Besitz auch beschlagnahmt . Dazu gehört auch das rosa Kaninchen, dass Anna zurücklassen musste. Sie leben sich dort gut ein, aber da Annas Vater nicht gut genug verdient gehen sie nach Paris. Bevor sie komplett hinziehen, sehen sich die Eltern erst in der Stadt um und Anna und Max werden von den Vermietern mit betreut. Während dieser Zeit kommt ein Steckbrief mit einer Belohnung für ihren Vater raus. Auf den Weg nach Paris müssen sie zu dritt (Anna, Max und ihr Vater, die Mutter bereitet dort schon die Wohnung vor) umsteigen und landen dank dem Gepäckträger fast in einem Zug nach Stuttgart. Dank Anna merken sie es noch rechtzeitig und kommen doch in Paris an. Max vermutet, dass der Gepäckträger die Belohnung haben wollte. Dort schreibt ihr Vater Artikel für eine Flüchtlingszeitung und vereinzelt auch für andere Zeitungen. Anna und Max haben erst ein Problem mit der Sprache, sie leben sich nach einiger Zeit doch ein. Während Anna im Unterricht dank der Sprache am Anfang Probleme hat, wird es durch Nachhilfe besser und schließlich kommt der Moment, wo sie anfängt, auf Französisch zu denken. Schließlich bestehen beide Kinder ihre Prüfungen. Am Anfang reicht das Geld, aber dann wird das Geld wieder knapp. Ihr Vater schreibt ein Drehbuch und nach mehreren Absagen kauft es jemand aus England. Daher zieht die Familie nach England. Mit der Ankunft in London endet das Buch.

Mir gefiel an dem Buch, dass es aus der Sicht von Anna geschrieben ist und man auch ihre Sorgen und Gedanken dadurch kennenlernt. Was mich doch überrascht hat, war, dass es wirklich nur um die Flucht und das neue ungewohnte Leben ging und sie nur durch Onkel Rufus was von der Judenverfolgung teilweise mitbekommen haben.

Und wenn der Krieg hier ist?

Krieg : stell dir vor, er wäre hier / Janne Teller. Aus dem Dän. von Sigrid C. Engeler. Mit Ill. von Helle Vibeke Jensen. – München : Carl Hanser Verlag, 2011. – 59 S. : Ill.
ISBN 978-3-446-23689-9

Der Titel beschreibt den Inhalt ganz gut. Deutschland ist Kriegsgebiet. Es wird klar, dass die Familie fliehen muss. Aber wohin sollen sie fliehen? Europa ist vom Krieg überzogen. Sie beschaffen sich Papiere und werden von Schmugglern nach Ägypten gebracht. Man selbst hängt mehrere Jahre in einem Flüchtlingslager fest. Irgendwann kommt die Erlösung. Die Familie darf in Ägypten bleiben und das Lager verlassen. Aber sie werden nicht einfach akzeptiert. In Deutschland hatte die Familie so viel und nun hat sie gar nichts mehr. Für die Schule ist man selbst zu alt und für das Studium hat die Familie nicht genug Geld. Nach Ende des Krieges wird die kleinere Schwester zurück zur Tante nach Deutschland geschickt, weil sie einen Ägypter heiraten will und von ihm schwanger ist. Schwanger kehrt sie zurück und stürzt komplett ab. Der Vater des Kindes holt das Kind schließlich nach Ägypten. Man selbst heiratet eine alte Freundin aus Deutschland, damit sie und ihre Familie nach Ägypten kommen können. Da der Krieg vorbei ist, ist es schwer in andere Länder zu kommen. Auch wenn in Deutschland immer noch Menschen verschwinden. Ansonsten hätte die Freundin keine Möglichkeit nach Ägypten kommen zu können. Die Familie backt seit Jahren Kuchen und verkauft sie und kann dadurch überleben. Nachdem man jahrelang als Mensch dritter Klasse behandelt wird, ist man inzwischen akzeptiert, wenn man auch immer noch kein Mensch erster Klasse ist. Die Hoffnung nach Deutschland zurückzukehren, bleibt bestehen. Aber ist Deutschland noch die Heimat? Schließlich lebt man nun seit Jahren in Ägypten und hat Freunde gefunden. Auch wird man bei der Rückkehr nach Deutschland als Verräter gesehen. Schließlich ist man während des Krieges geflüchtet. So bleibt man in Ägypten und fragt sich weiterhin, ob nun Deutschland oder Ägypten die Heimat ist und was Heimat überhaupt ist.

Beeindruckt hat mich an diesem Buch, dass das ganze gut und nachvollziehbar geschrieben ist. Gut gefiel mir, dass das ganze aus der Sicht eines Flüchtlings geschrieben ist. Das Buch selbst hat das Format eines Passes, was es einfacher macht, sich das vorzustellen. Auch der Zweifel, was die Heimat nun ist, wird gut rübergebracht. Das Buch sollte man auf jeden Fall mal lesen und man hat es auch innerhalb einer halben Stunde durch.

Verrückte Geisterträume

The Dreaming / Queenie Chan. – Hamburg : Tokyopop

Der erste Band des Mangas erschien 2007. Der dritte und letzte Band wurde 2008 veröffentlicht. Die Zwillingsschwestern Amber und Jeanie werden an einem teuren Internat angenommen, das mitten im australischen Busch liegt. Seit der Entstehungszeit vor 100 Jahren sind immer wieder Schülerinnen auf unerklärliche Weise im Outback verschwunden. Während die beiden Schwestern sich noch einleben, werden beide von denselben unheimlichen Träumen gequält. Als eine Freundin auch auf rätselhafte Weise verschwindet und Wochen später ihre Leiche in einem See gefunden wird, werden die Erscheinungen und Träume noch seltsamer. Damit ist sie die erste Verschwundene, die wieder auftaucht. Wie aber hängt das alles mit den Träumen zusammen und der Tatsache, dass die Direktorin keine Zwillinge an der Schule duldet?

Im zweiten Teil reisen viele Schüler aufgrund der Ereignisse ab und der Unterricht ist wegen der polizeilichen Untersuchungen eingestellt. Eine Schülerin sagt, dass Jeanie hätte verschwinden sollen. Sowohl Jeanie als auch das verschwundene Mädchen hatten den Spiegeltest gemacht. Seit einiger Zeit regnet es inzwischen und Amber liegt nur noch im Bett und scheint das Interesse am Leben zu verlieren, auch wurde seit Tagen die Leiterin nicht mehr gesehen. In einer Nacht entdecken die Schülerinnen, dass aus dem Wald mehrere Mädchen auftauchen. Jeannie erkennt Anne Galloway von einem Foto wieder. Anne verschwand vor mehreren Jahren und war eine gute Freundin der Lehrerin Miss Anu. Während sie Miss Anu sucht, um ihr alles zu erzählen, trifft sie auf Amber. Durch Amber erfährt man die Geschichte hinter den Ereignissen, aber um es zu beweisen, erforschen die beiden Mädchen mit Miss Anu den versiegelten Raum und die in der Schule hängenden Bilder. Wie sich herausstellt, erzählen die Bilder die selbe Geschichte und auf den Bildern findet sich die Ursache. Als Miss Anu den Quinkan erkennt, wird sie von einer Schülerin gerufen. Amber und Jeannie gehen allein in die Bildergalerie und Amber erzählt, warum sie das letzte Opfer sein wird und sie immer müder wird. In der Zeit erkennt Miss Anu, dass Quinkan Besitz von Schlafenden ergreifen um sie zu entführen und die fremden Mädchen alle Quinkan sind. Daraufhin weckt sie alle Schüler. In der Zeit dreht Jeannie sich zu Amber um und sieht nur Marie Spector. Marie Spector verschwindet durch die Wand und Amber flüchtet und läuft in die verschwundene und inzwischen anscheinend verrückte Schulleiterin. Durch das Gespräch klärt sich die Geschichte auf. Als es anfängt zu brennen, flieht Jeannie und trifft auf die anderen Schüler. In der Zwischenzeit kam Mary Spector aus dem verrauchten Schulteil zu diesen und verwandelte sich wieder in Amber. Die Schüler fliehen und dank dem aufhörendem Regen brennt die Schule ab, wodurch vielleicht auch die Quinkan starben. Amber wacht auf und fragt nach Beatrice, Mary Spectors Schwester die jetzige Schulleiterin. Darauf gibt es noch einen Blick auf das Leben danach und das veränderte Verhalten vom Amber (Mary Spector?)

Nach dem ersten Band hab ich nicht gedacht, dass sich die Geschichte logisch lösen lässt, aber es war doch sehr spannend und logisch, so weit das bei so einer Erzählung geht. Als Folge habe ich erstmal versucht, was über die Quinkan zu finden. Das Ergebnis war eine stundenlange Recherche, dank der ich jetzt viel mehr über die Traumzeit weiß und es gibt Quinkan, aber ich kann nicht sagen wie viel davon stimmt und was Quennie Chan selbst entwickelt hat. Im Internet findet sich ja auch nicht alles. Die Geschichte mit dem Quinkan in Verbindung mit dem Mädchen hat das ganze auch sehr spannend gemacht, da auch ihre Gründe nachvollziehbar sind.