Zukunft Grigori

Erwacht / Jessica Shirvington. Aus dem Amerikan. von Sonja Häußler. – Dt. Erstausg., 2. Aufl. – München : cbt, 2011. – 478 S.
ISBN 978-3-570-38011-6

Violet erfährt an ihrem 17. Geburtstag, dass sie ein Grigori ist; ein Wächterengel und ihre Aufgabe ist es, verbannte Engel in deren Reich zurückzuschicken. Als wenn das nicht verstörend genug wäre, stellt sich heraus, dass ihr bester Freund – in den sie verliebt ist – ihr Grigoripartner ist. Jeder Hoffnung auf eine Beziehung ist damit hinüber. In dieser Zeit lernt sie Phoenix kennen: charmant, gut aussehend und ein verbannter Engel. Violet weigert sich, ihre Gabe anzunehmen und vermeidet jeglichen Kontakt zu ihrem ehemaligen besten Freund Lincoln. Als Lincoln in einem Kampf gegen verbannte Engel schwer verletzt wird, erklärt sie sich bereit ihre Zusage als Grigori zu machen, denn nur sie als sein Grigoripartner kann ihn noch heilen. Phoenix bringt sie zu dem Ort, wo sie sich dem Test stellen und die Zusage machen muss. In der Nacht vor der Zusage verbringt sie die Nacht mit Phoenix. Direkt nach der Zusage sucht sie Lincoln auf und heilt ihn, verweigert aber weiterhin den Kontakt mit ihm. Als sie mit ihrer besten Freundin und Phoenix in einen Club geht, wird sie von Verbannten bedroht. Es stellt sich heraus, dass Phoenix der erste Verbannte war und der Sohn von Lilith ist. Laut einem Verbannten, war es das Ziel Phoenix mit ihr zu schlafen und sie zu kontrollieren. Als sie es schafft sich gegen die Angriffe zu wehren, raubt sie schwer verletzt den Verbannten (abgesehen von Phoenix) deren Kräfte und fesselt sie, so dass die Grigori aus diesem Kampf siegreich hervorgehen. Lincoln ist bewusstlos und kann sie nicht heilen, dafür heilt Phoenix sie und wird danach von ihr weggeschickt. Violet und Lincoln verstehen sich danach wieder und Violet beschließt ihre Ausbildung zu Kämpferin neben dem Kunststudium zu machen. Inzwischen hat sie die Gewissheit, dass auch ihre Mutter eine Grigori war und Phoenix Mutter zurück ins Engelreich schicken sollte. Sie selbst scheint besonders stark zu sein.

Das Buch liest sich ziemlich flüssig. Violet Gefühle und ihr Verhalten waren nachvollziehbar und die Geschichte selbst um die Grigori und Verbannte war logisch aufgebaut. Was doch etwas überraschend war, war die Tatsache, dass die Religion so keine große Rolle spielte, sondern nur am Rande erwähnt wird. Die Entwicklung lies sich teilweise erahnen, wobei es auch gezielte Hinweise auf die Zukunft gab. Der Band selbst verspricht eine Fortsetzung und diese ist inzwischen auch erschienen.

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Ein Blog in Buchform

Das Leben ist kein Gurkensandwich : Roman / Ceri Radford. Aus dem Engl. von Bea Reiter. – 1.Aufl. – [Reinbek bei Hamburg] : Wunderlich, 2011. – 394 S.
ISBN 978-3-8052-5015-3

Constance Harding hat es nicht leicht. Der Sohn stellt ihr keine zukünftige Schwiegertochter vor, die Tochter zählt Stichlinge in Frankreich und die litauische Haushälterin trocknet ihre Unterwäsche im Arbeitszimmer des Mannes. Constance nimmt das Ganze selbst in die Hand und berichtet auf ihrem Blog davon. Der Blog selbst beginnt am 1.1. und endet am 31.12. In dieser Zeit versucht sie den verschiedensten Leuten in der Beziehung zu „helfen“. Schließlich muss sie ihre eigene Ehe überdenken und tut einiges, woran sie früher nie auch nur im Traum dran gedacht hätte. Sehr unterhaltsam sind die Einträge, wenn sie getrunken hat, mit den Berichtigungen am nächsten Tag.

Das Buch selbst habe ich während meines Buchhandelspraktikums gefunden. Es ist unterhaltsam geschrieben und es gibt sowohl Schönes als auch Trauriges zu erzählen. Das Buch kann man gut nebenbei lesen.

Intrigen in Karthago

Die Mörder von Karthago : Roman / Gisbert Haefs. – München : Heyne, 2010. – 319 S. : Kt.

ISBN 978-3-453-52528-3

228 v. Chr. ermittelt Bomilkar als „Herr der Wächter“ in Karthago in drei Mordfällen. Da sich die Politik einmischt, muss er mit einer Gesandtschaft nach Rom. Nachdem er und Ailymes in Rom entführt werden, begegnet er seinem alten Freund Laetilius wieder. Dieser begleitet ihn nach Karthago, um die Hintergründe der Entführung aufzudecken. Dort sind inzwischen weitere Morde geschehen und Bomilkar muss feststellen, dass er Opfer einer Intrige ist. Zu dritt versuchen sie mithilfe seiner Freunde die Hintergründe der Intrigen und Morde zu ergründen und seinen Ruf wieder herzustellen. Die Intrige ist aber wesentlich durchdachter als Bomlikar es sich vorstellen kann.

Mit Bomilkar taucht man in eine Welt ein, bevor Rom die einzige Großmacht war. Durch das Buch lernt man auch ein wenig über die Geschichte und politische Vorgänge damals. Das Ende ist etwas überraschend, aber auch logisch. Eingeprägt haben sich auch die Nebencharaktere. Da diese allerdings am Anfang und zum Ende eine wichtige Rolle spielen, fiel es mir teilweise schwer, die Figuren wieder richtig zuzuordnen.

Anwalt sein – ein Abenteuer?

Mord im Lichthof : [Kriminalroman] / von Andreas Kimmelmann. – 1. Aufl. – Wiesbaden : Titus Verl., 2011. – 285 S. : Ill.

ISBN 978-3-942277-27-3

Der Junganwalt Alwin Eichhorn bekommt an seinem ersten Arbeitstag gleich seinen ersten Fall. Ein Student soll einen anderen Studenten in der Ludwig-Maximilians-Universität von einer Brüstung geworfen haben. An Zeugen und einem Geständnis mangelt es in diesem Fall mal nicht. Der Rechtsanwalt versucht die Hintergründe herauszufinden und begibt sich dadurch in große Gefahr.

Andreas Kimmelmann hat es geschafft. Mein letztes Bargeld habe ich für sein Buch auf der Leipziger Buchmesse 2012 ausgegeben. Das Geld war es auf jeden Fall wert. Das Buch war wirklich fesselnd. Ich dachte abends immer nach einem Blick auf die Uhr, dass ich schon längst schlafen müsste, da ich am nächsten Tag früh zur Arbeit muss. Vielleicht fand ich auch deswegen das Ende so witzig. Das Ende könnte schon als Einstieg für einen weiteren Band sein oder es soll zeigen, dass ein Anwalt jeden vertritt. Aber ein paar Fragen bleiben offen: Ist das Leben als Anwalt echt so aufregend? Wird sich Alwin doch noch mit der Presse anfreunden können? Und kommen Alwin und Verena doch zusammen? Die Zeit wird es wohl zeigen.

Reservelager für menschliches Leben?

Ostfriesenfalle : Kriminalroman / Klaus-Peter Wolf. – 4. Aufl. – Frankfurt, M. : Fischer-Taschenbuch-Verl., 2011. – 445 S. – (Ann-Kathrin-Klaasen-Serie ; [5])

ISBN 978-3-596-18083-7

Ann-Kathrin Klaasen und ihr Kollege Frank Weller suchen einen Mann in New York. Angeblich wurde er dort von der Tochter des Leiters der Polizeiinspektion Aurich gesehen. Das Problem: Markus Poppinga ist seit Jahren tot und seine Asche wurde zu einem Diamanten gepresst und nun von seiner Mutter als Anhänger an einer Kette getragen. Wer wurde nun eingeäschert? Er wurde doch bei der Beerdigung von der ganzen Klasse gesehen? Während sie ihn noch suchen, werden die Töchter von Frank Weller bei einem Autounfall verletzt. Die Frau des anderen Autos stirbt und stellt die Polizei vor ein Rätsel: Wer ist sie, warum sind ihre Haare abrasiert und warum fährt sie nackt Auto? Auch wenn es erst nicht so wirkt, haben beide Fälle denselben Ursprung.

Das Buch selbst habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Da die Orte wirklich existieren, hat man ein anderes Leseerlebnis. In der Disco am Anfang war ich jedenfalls schon. Die Handlungsweise der Personen war nachvollziehbar und wahrscheinlich gibt es solche Fälle auch schon. (Die Lösung ist schon im Titel vorhanden.) Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, auch wenn man die Lösung kennt. Auf jeden Fall werde ich auch noch die anderen Bände lesen.